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Wetterlage in Gaggenau / Baden-Württemberg

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Letzte Aktualisierung: 15.05.2021, 10.02 Uhr
Im Einflussbereich eines Tiefdruckkomplexes über West- und Mitteleuropa bleibt kühle und labile Meeresluft für Baden-Württemberg wetterbestimmend. GEWITTER: Im Tagesverlauf vor allem im Norden vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Dabei lokal Potenzial für Starkregen mit Mengen um 15 l/qm in kurzer Zeit und Böen um 60 km/h. WIND/STURM: In den höchsten Lagen des Schwarzwaldes starke bis stürmische Böen bis 65, auf den Gipfellagen auch Sturmböen bis 85 km/h aus Südwest. In der ersten Nachthälfte nachlassender Wind, bis Sonntagmittag in exponierten Lagen weiterhin Sturmböen bis 75 km/h.
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Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Samstag, 15. Mai 2021 10:50:47 Uhr:


Von Westen aufziehende Wolken mit Schauern und Regen, geringes Gewitterrisiko.
Heute Mittag von Westen zunehmende Bewölkung, im Westen und Norden Schauer bzw. Regen, im weiteren Verlauf nach Osten ausbreitend. Anfangs im Osten noch etwas Sonne. Im Norden vereinzelt Gewitter nicht auszuschließen. Höchstwerte 10° bis 16°. Meist mäßiger Wind aus Südwest mit frischen oder starken, in exponierten Lagen und bei Gewittern starken bis stürmischen Böen. Auf dem Feldberg Sturmböen. In der Nacht zum Sonntag zunächst stark bewölkt, verbreitet Regen, nach Südosten abziehend. Danach einzelne Schauer, kurze Gewitter nicht ganz ausgeschlossen. Tiefsttemperaturen 10° bis 4°. In höheren Lagen starke, exponiert stürmische Böen aus Südwest.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Samstag, 15. Mai 2021 10:50:47 Uhr:


Am Sonntag wechselnd bis stark bewölkt. Häufige Schauer und örtlich Gewitter. Höchstwerte 12° im Bergland bis 17° am Rhein. Mäßiger Südwestwind mit frischen bis starken, im Schwarzwald sowie bei Gewittern auch stürmischen Böen. Auf dem Feldberg Sturmböen. In der Nacht zum Montag weiterhin stark bewölkt und zeitweise Schauer. Einzelne Gewitter nicht auszuschließen. Tiefstwerte 10° bis 4°. Im Bergland starke bis stürmische Böen, exponiert Sturmböen oder schwere Sturmböen aus Südwest.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Samstag, 15. Mai 2021 10:50:47 Uhr:


Am Montag stark bewölkt, verbreitet Schauer, örtlich Gewitter. Maxima 10° im Bergland bis 16° im Oberrheingraben. Mäßiger Südwestwind mit starken bis stürmischen Böen. Im Hochschwarzwald und bei Gewittern Sturmböen. Auf dem Feldberg schwere Sturmböen. In der Nacht zum Dienstag überwiegend wolkig. Im Bergland wiederholt, abseits davon einzelne Schauer. Weitere Gewitter nicht ausgeschlossen. Minima 10° bis 4°. In exponierten Lagen starke bis stürmische Böen aus Südwest. Auf den Gipfellagen Sturmböen.

© Deutscher Wetterdienst

Vorhersage für Deutschland

Datum der DWD-Daten: Samstag, 15. Mai 2021 10:50:47 Uhr:


Am Dienstag erst mehr Sonne und häufig niederschlagsfrei. Mittags dichtere Quellwolken und zunehmende Schaueraktivität, örtlich Gewitter. Höchstwerte 10° im Bergland, 16° am Rhein. Mäßiger Westwind mit starken, im Bergland und bei Gewittern stürmischen Böen oder Sturmböen. In der Nacht zum Mittwoch wolkig, zeitweise Schauer. Tiefstwerte 9° bis 3°. Im höheren Bergland starke bis stürmische Böen aus West.

© Deutscher Wetterdienst

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Drohende Naturkatastrophe am Arabischen Meer

Der ungewöhnlicher starke Zyklon TAUKTAE bedroht in den kommenden
Tagen Teile Indiens und Pakistans.

Schon seit einigen Tagen blicken Atmosphärenforscher und
Tropenwetter-Experten mit Sorge zum westlichen Indischen Ozean und
speziell zum Arabischen Meer. In diesen Tagen stellen sich dort
nämlich extrem förderliche Bedingungen für die Entwicklung starker
tropischer Wirbelstürme ein. Das betrifft gleichermaßen großräumige
wie regionale atmosphärische Strömungsbedingungen und nicht zuletzt
auch die Meeresoberflächentemperaturen.

Im Hinblick auf die großräumigen, globalen Strömungsbedingungen in
den Tropen ist die Madden-Julien-Oszillation (MJO) von herausragender
Bedeutung. Die MJO ist ein Zirkulationsphänomen, das innerhalb von 30
bis 60 Tagen in den Tropen, etwa zwischen 20 Grad Nord und 20 Grad
Süd, ostwärts einmal um den Globus wandert. Dabei wird zwischen einer
feuchten Phase mit verstärkten (schauerartigen und gewittrigen)
Regenfällen und einer trockenen Phase, in der die
Niederschlagsneigung unterdrückt wird, unterschieden. Die feuchte
Phase der MJO ist bereits Anfang Mai zum westlichen Indischen Ozean
gelangt und verstärkt sich dort unter zunächst nur langsamer weiterer
Verschiebung nach Osten. Damit sind die Grundvoraussetzungen für
Konvektion, also Schauer und Gewitter, gegeben.

Schaut man nun auf die regionalen Strömungsbedingungen, fällt auf,
dass gerade über Teilen des Arabischen Meeres sehr schwache Winde
herrschen und damit auch geringe Windscherung (Änderung des Windes
mit der Höhe). Zudem liegen die Temperaturen des
Meeresoberflächenwassers verbreitet mehr oder weniger deutlich über
den Mittelwerten. Warmes Meereswasser als Treibstoff und kaum
hemmende Windscherung: Es scheint alles angerichtet für besonders
kräftige Schauer- und Gewittersysteme, die zu starken tropischen
Wirbelstürmen heranreifen könnten.

Und tatsächlich: Betrachtet man am heutigen Samstagmorgen die
Satellitenbilder, erkennt man massive Bewölkung über dem Westindik,
die die aufflammende Schauer- und Gewittertätigkeit eindrücklich
aufzeigt. Besonders auffällig ist ein "Wolkenbatzen" vor der
Südwestküste Indiens, der sich bereits in deutliche Rotation um ein
Drehzentrum etwa 200 km vor der Küste des indischen Bundesstaates
Karnataka versetzt hat. Die starke, hochreichende Konvektion und
deren Drehbewegung um ein gemeinsames Zentrum veranlassten die
zuständigen Behörden dazu, das System als tropischen Sturm zu
klassifizieren. Der auf den Namen TAUKTAE getaufte Sturm ist der
erste dieses Jahres über dem nördlichen Indischen Ozean.

Die extrem förderlichen Bedingungen lassen eine weitere, sehr
schnelle Verstärkung vermuten. Schon heute dürfte TAUKTAE zu einem
waschechten Zyklon heranreifen. Nach Angaben des Joint Typhoon
Warning Center (JTWC) soll TAUKTAE bis kommenden Dienstag mit
mittleren Windgeschwindigkeiten über 200 km/h sogar die zweithöchste
Kategorie eines "extrem gefährlichen Zyklons" erreichen. Das
entspricht der dritthöchsten Kategorie der für Hurrikane angewendeten
Saffir-Simpson-Skala.

Allerdings ist die Vorhersage im Hinblick auf die Intensität relativ
unsicher, was insbesondere mit Problemen der Verlagerungsprognose
zusammenhängt. Am Rande eines Subtropenhochs weiter östlich wird
TAUKTAE zwar tendenziell nach Norden verfrachtet, allerdings ist
völlig unklar, in welcher Entfernung zur indischen Küste. Das
europäische Wettermodell IFS lässt den Zyklon sehr nahe entlang der
Küste nach Nordnordwest ziehen, sodass sich neben der Reibung an den
Landflächen auch trockene Luft hemmend auf die Verstärkung auswirken
kann. Im amerikanische Wettermodell GFS dagegen hält TAUKTAE
ausreichend Abstand zu störenden Land- und Luftmassen.

Doch selbst wenn TAUKTAE einen "Sicherheitsabstand" zur Küste hält,
treiben kräftige westliche Winde Schauer- und Gewitterwolken gegen
die Kardamon- und Nilgiri-Berge sowie die West-Ghats im Südwesten des
Landes, wo sie sich stauen und abregnen. Dadurch sind mehrere Hundert
Liter Regen pro Quadratmeter möglich, die zu Überschwemmungen und
Erdrutschen führen können.

Die Vorhersageunsicherheit lässt uns auch im Dunklen darüber, wo
TAUKTAE auf Land treffen wird. Wahrscheinlich passiert dies in der
zweiten Wochenhälfte (ab Mittwoch) irgendwo zwischen der
westpakistanischen Küste und der Küste des indischen Bundestaates
Gujarat. Dort drohen dann die heftigsten Auswirkungen durch
sintflutartige Regenfälle und Orkanböen - nicht zuletzt auch durch
die teilweise dichte Besiedlung.

Unabhängig davon, wie stark TAUKTAE nun wirklich wird, handelt es
sich um ein außergewöhnliches Wetterereignis, das im Kontext des
Klimawandels zu sehen ist. Denn starke Zyklone sind vor Beginn des
Monsuns eigentlich sehr selten, häuften sich allerdings in den
letzten Jahren deutlich. Das erste Mal seit Beginn
satellitengebundener Fernerkundung traten Zyklone über dem Arabischen
Meer in vier aufeinanderfolgenden Jahren (2018, 19, 20 und 21) auf.

Dipl.-Met. Adrian Leyser
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.05.2021

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